Diskriminierung von Migrantinnen und Migranten bei der Wohnungssuche in Sachsen – GRÜNE: Innenminister ohne ‚originäre Kenntnis‘

Diskriminierung von Migrantinnen und Migranten bei der Wohnungssuche in Sachsen – GRÜNE: Innenminister ohne ‚originäre Kenntnis‘

Dresden (lb). Anlässlich der heute vom Antidiskriminierungsbüro Sachsen vorgestellten Testing Ergebnisse zu rassistischen Diskriminierungen auf dem sächsischen Wohnungsmarkt erklärt Petra Zais, migrationspolitische Sprecherin der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag:

„Diskriminierungen bei der Wohnungssuche gehören zu Alltagserfahrungen von Migrantinnen und Migranten in Sachsen. Vor allem, wenn der Name nicht deutsch klingt oder die Hautfarbe nicht weiß ist, wird es weit aus schwieriger, einen Mietvertrag abzuschließen. Davon berichteten mir Geflüchtete und ehrenamtlich Tätige, die geflüchtete Menschen bei der Wohnungssuche unterstützen, mehrfach. Der Aufsichtsrat und der Vorstand der Wohnungsgenossenschaft Crimmitschau haben sogar offiziell beschlossen, keine Wohnungen an Flüchtlinge zu vermieten.“

Da derart rassistisches Agieren offenbar in Sachsen als legitime Praxis gilt, fragte ich bei der Staatsregierung nach, welche Kenntnisse sie über Diskriminierungen von Migrantinnen und Migranten auf dem Wohnungsmarkt hat (Drs 6/7884). Die Antworten von Innenminister Markus Ulbig, CDU waren wie erwartet und dennoch enttäuschend“, resümiert die Abgeordnete.

„Der Innenminister handelt wieder einmal gemäß dem Motto >>Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß<<. Von Diskriminierungen von Migrantinnen und Migranten auf dem Wohnungsmarkt hat er >>keine originäre Kenntnis<<. Spätestens mit Veröffentlichung der Testing-Ergebnisse am heutigen Tage kann er sein Nichthandeln nicht länger mit Nichtwissen rechtfertigen. Ich erwarte von Ulbig, dass er Diskriminierungen auf dem sächsischen Wohnungsmarkt öffentlich ächtet und diesen aktiv entgegenwirkt. Die generelle Ablehnung von Geflüchteten oder von Menschen mit Migrationshintergrund ist zudem nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz unzulässig. Auch das dürfte dem Minister nicht neu sein.“

„Der Innenminister darf nicht länger ignorieren, dass anerkannte Asylsuchende in kommunalen Gemeinschaftsunterkünften verharren, obwohl sie dazu rechtlich gar nicht mehr verpflichtet sind, nur weil es ihnen nicht gelingt, auf dem freien Wohnungsmarkt eine Wohnung zu mieten. So wird Integration verhindert.“

Hintergrund:

>> Kleine Anfrage ‚Diskriminierung von Migrantinnen und Migranten auf dem sächsischen Wohnungsmarkt‘ (Drs 6/7884):

http://edas.landtag.sachsen.de/viewer.aspx?dok_nr=7884&dok_art=Drs&leg_per=6&pos_dok=1&dok_id=undefined

>> ‚Diskriminierung auf dem Wohnungsmarkt, Strategien zum Nachweis rassistischer Benachteiligungen‘:

http://www.antidiskriminierungsstelle.de/SharedDocs/Downloads/DE/publikationen/Expertisen/Expertise_Wohnungsmarkt_20150615.pdf?__blob=publicationFile

>> Studie des Berliner Instituts für empirische Integrations- und Migrationsforschung (BIM) ‚Welchen Zugang haben Geflüchtete zum Wohnungsmarkt?‘:

https://mediendienst-integration.de/fileadmin/Dateien/Expertise_Fluechtlinge_Wohnungsmarkt.pdf

>> Die Freie Presse berichtete am 19.01.2017 unter dem Titel „Ja zu Balkonen und Aufzügen, Nein zu Flüchtlingen“, dass Aufsichtsrat und Vorstand der Wohnungsgenossenschaft Crimmitschau gemeinsam festgelegt haben, vorerst keine Wohnungen an Flüchtlinge zu vermieten. Mitglieder hätten schriftlich und persönlich ihre Bedenken gegen die Vermietung an Flüchtlinge geäußert:

http://www.freiepresse.de/LOKALES/ZWICKAU/WERDAU/Ja-zu-Balkonen-und-Aufzuegen-Nein-zu-Fluechtlingen-artikel9813920.php

Anmerkung: Wir berichteten auch schon davon, das es leider kein Einzelfall ist.

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Neuer Bürgerwindpark mit 11,4 MW geht in Handrup in Betrieb / Betreiber setzt auf Energy2market (e2m) als verlässlichen Partner bei der Direktvermarktung

Neuer Bürgerwindpark mit 11,4 MW geht in Handrup in Betrieb / Betreiber setzt auf Energy2market (e2m) als verlässlichen Partner bei der Direktvermarktung

Leipzig (ots) – Niedersachsen ist der führende deutsche Windenergiestandort. Über 20 Prozent der installierten Gesamtmenge an Windenergie (Onshore) findet man im Nordwesten der Republik*. Am 21. September ist ein weiterer Windpark mit einer installierten Leistung von 11,4 MW in Handrup hinzugekommen. Betreiber des Bürgerwindparks ist die Handrup Wind GmbH & Co. KG. Die Stromdirektvermarktung läuft – in Zusammenarbeit mit der GeLa Energie GmbH aus dem benachbarten Lünne – über die e2m, einen der führenden Direktvermarkter für Windenergie in Deutschland.

Handrup ist eine kleine emsländische Gemeinde zwischen Meppen und Osnabrück. Bereits im Jahr 2015 starteten die Planungsarbeiten für die Installation eines Bürgerwindparks, der seit kurzem über die e2m an den Energiemärkten gehandelt wird. Geschäftsführer sind Bernhard Feldker und Antonius Kuiter. Ziel des Windparks ist, die Bürger vor Ort und die benachbarte Gemeinde in den nächsten zwanzig Jahren an der attraktiven Vermarktungs- und Investitionsmöglichkeit teilhaben zu lassen, die der Markt für erneuerbare Energien bietet. Bernhard Feldker dazu: „Wir haben mit der Gemeinde sehr gute Gespräche geführt und sind froh über die sehr schnelle und bürgernahe Umsetzung. Damit leisten wir einen Beitrag für die zunehmende dezentrale Energieversorgung in Deutschland.“

Der Bürgerwindpark besteht aus drei Windkraftanlagen mit einer Gesamtnennleistung von 11,4 MW – ein Windrad mit 3 MW und zwei weitere mit einer Nennleistung von je 4,2 MW. Bei gutem Windeintrag können sie mehr als 3.000 durchschnittliche Haushalte mit Strom versorgen. Gemäß den Anforderungen des EEG ist der Windpark über eine Schnittstelle permanent online an das Virtuelle Kraftwerk (VKW) der e2m angeschlossen. Die Erzeugungsdaten sind so jederzeit verfügbar und die Stromleistung kann optimal vermarktet werden. Feldker: „Die Anbindung an das VKW der e2m verlief reibungslos und spürbar standardisiert: Innerhalb von knapp zwei Wochen haben wir die Kommunikationsschnittstelle in unsere Infrastruktur eingebunden. Diese tauscht seitdem permanent und verlässlich Daten mit dem virtuellen Kraftwerk der e2m aus.“ Christian Rohde, Geschäftsführer GeLa Energie GmbH, ergänzt: „Wir haben seit Jahren eine sehr gute Zusammenarbeit mit der e2m. Beweggründe sind die attraktive Preisgestaltung, der individuelle Service und die Transparenz, mit der die Leistungswerte der Anlage im Kundenportal der e2m dargestellt werden.“

Mit über 3.400 MW installierter Gesamtleistung ist die e2m einer der bedeutenden Energieaggregatoren in Deutschland. Das Unternehmen bewirtschaftet auch die Stromleistung großer und mittlerer Windparks. Neben Bürgerwindparks befinden sich zudem institutionelle Portfolien, aber auch Einzelanlagen in der Vermarktung. 1.158 MW Leistung verdeutlichen die substanzielle Rolle, die der Windenergie im Portfolio der e2m zufällt.

Westfalenpost: Reichlich Konfliktpotenzial / Kommentar von Monika Willer zur Frankfurter Buchmesse

Westfalenpost: Reichlich Konfliktpotenzial / Kommentar von Monika Willer zur Frankfurter Buchmesse

Hagen (ots) – Ohne Lesekompetenz gibt es keine Meinungsbildung und damit keine Demokratie. In Zeiten des internationalen Säbelrasselns und der bewusst in demagogischer Absicht verbreiteten Falschmeldungen gewinnt das kritische Lesen daher an neuer Bedeutung. Die Frankfurter Buchmesse, der weltweit wichtigste und größte Umschlagplatz für Ideen, wird deshalb in diesem Jahr eine politische, und zwar mit reichlich Konfliktpotenzial. Alle sind sich einig, dass Meinungsfreiheit unabdingbar ist, zum Beispiel in der Türkei oder in China. Wie weit darf aber die Meinungsvielfalt in Deutschland gehen? Und wo befindet sich die Grenze zwischen Meinung und Hetze? Ausstellern, Journalisten und Besuchern stehen unbequeme Diskussionen bevor. Abgesehen davon zeigt die Branche ein erstaunliches Beharrungsvermögen, befindet sich jedoch in einem Umstrukturierungsprozess. Die Deutschen lieben ihre Bücher. Über 80.000 Titel werden jährlich hierzulande neu herausgebracht. Die Verlage sind wirtschaftlich zufrieden. Das elektronische Buch wird das gedruckte bei uns absehbar nicht ablösen, es bleibt ein Ergänzungsprodukt für Urlaub oder Wissenschaft. Aber: Die Vertriebswege verändern sich. Der Handel verlagert sich vom stationären Laden ins Internet. Die Branche begegnet dem durchaus erfolgreich mit eigenen Konzepten des Online-Verkaufs. Dennoch sind zahlreiche Geschäftsaufgaben absehbar. Die Konsequenzen für die Innenstädte dürften fatal sein. Denn die Buchbranche ist nicht irgendeine Branche. Sie ist auch ein Frühwarnsystem für gesellschaftliche Entwicklungen.

Neue App „Thalinda“ – Thalia unterstützt Verlage mit Buchhändlerwissen bei der Marktforschung / Buchhändler-Expertise für aufmerksamkeitsstarke Cover

Neue App „Thalinda“ – Thalia unterstützt Verlage mit Buchhändlerwissen bei der Marktforschung / Buchhändler-Expertise für aufmerksamkeitsstarke Cover

Hagen (ots) – Ob die Gestaltung eines Buchs bei der Zielgruppe ankommen wird, darüber gibt die Marktforschung in Fokusgruppen wesentliche Auskünfte. Doch die Befragung zu Interessen und Vorlieben der Verbraucher ist kostspielig und was bei großen Verlagshäusern längst zum Standard gehört, dafür fehlen kleineren Verlagen oftmals die nötigen Mittel. Doch gerade für die Gestaltung des Buchcovers – dem ausschlaggebenden Verkaufsargument – ist gezielte Marktforschung wichtig.

Thalia hat eine App entwickelt, mit der das in der Online-Welt weit verbreitete A/B-Testen mit einem Klick für Cover-Tests umgesetzt werden kann. Insbesondere kleine und mittelständische Verlage werden so zukünftig bei der Buchgestaltung unterstützt und können frühzeitig im Erstellungsprozess Markt-Feedback abfragen. Mit der App „Thalinda“ können sie auf die Expertise der Thalia Buchhändler zugreifen. Diese wissen durch ihre tägliche Arbeit in der Buchhandlung und die Gespräche mit Kunden ganz genau, was bei den Verbrauchern gut ankommt und somit verkaufsfördernd wirkt. In der App können sie das Feedback vertraulich weitergeben und Verlage können diese wichtigen Insights dort abrufen.

„Thalinda“ ermöglicht es den Verlagen somit, die Gestaltung eines Buchcovers sowie den gesamten Produktionsprozess des Buches, entlang des Know-hows von Buchhändlern zu gestalten. Dabei ist die App denkbar einfach in der Anwendung: Mit den gelernten Wischbewegungen auf mobilen Devices kann der Nutzer entscheiden, ob ihm ein potenzielles Buchcover gefällt oder nicht – Cover „tindern“ für den Buchhändler.

Die App wurde durch die Pondus Software GmbH entwickelt. Nachdem „Thalinda“ bereits eine erfolgreiche Testphase durchlaufen hat, ist die App ab sofort in der Betaphase verfügbar und kann von Verlagen genutzt werden.

Mit dem Engagement für „Thalinda“ zeigt Thalia erneut, dass das Unternehmen fest an die Zukunft des Buchhandels glaubt. Die App ist ein weiterer Meilenstein für das Thema Publizieren 3.0. Thalia ist hochgradig daran interessiert, vom Autor über den Verlag bis hin zum Kunden, den gesamten Wertschöpfungsprozess zu begleiten.

BPI: Regierung muss Forschungsförderung festschreiben

BPI: Regierung muss Forschungsförderung festschreiben

Berlin (lb) – Der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) erwartet von der neuen Bundesregierung, die zugesagte steuerliche Forschungsförderung gleich zu Beginn der neuen Legislaturperiode umzusetzen. Im Schulterschluss mit Wissenschaftsorganisationen und weiteren Wirtschaftsverbänden hat der BPI einen entsprechenden Appell an die Politik gerichtet.

„Die Förderung gibt den Unternehmen Planungssicherheit und führt zu neuen Produkten, Umsätzen, Arbeitsplätzen und Steuereinnahmen am Standort. Eine echte Win-Win-Situation also“, so Dr. Martin Zentgraf, BPI-Vorstandsvorsitzender. Die meisten europäischen Nachbarländer haben längst erkannt, dass steuerliche F&E-Förderung eine Investition in die Zukunft ist. Zudem braucht es einen zusätzlichen wirksamen Hebel, um das nun anvisierte Ziel, bis zum Jahr 2025 3,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts in Forschung und Entwicklung (F&E) zu investieren, zu erreichen. Zentgraf fordert daher, die steuerliche F&E-Förderung im Koalitionsvertrag zu vereinbaren und unverzüglich umzusetzen.

Der BPI-Vorsitzende betont darüber hinaus, dass der Standort dringend branchenspezifische Förderprogramme benötige, die auf die besonderen Anforderungen der standortorientierten Pharmafirmen abgestimmt sind. „Wer etwa an der Entwicklung von Arzneimitteln auf Basis bewährter Wirkstoffe arbeitet, braucht Erleichterungen, um sowohl das wirtschaftliche als auch das Versorgungspotenzial bewährter Wirkstoffe für Patienten und Gesundheitssystem zu erschließen“, so Zentgraf. Viele F&E-Projekte sind aufgrund aufwändiger Zulassungsregularien und Erstattungshürden nicht bis zur Marktreife realisierbar. Hier ist nach Ansicht des BPI eine bessere Abstimmung der einzelnen Instrumente nötig, damit am Ende Patienten von Therapieverbesserungen profitieren können.

Anlässlich der beginnenden Regierungsbildung haben sich erstmals führende Wissenschaftsorganisationen und Wirtschaftsverbände auf gemeinsame Empfehlungen für eine wirksame Innovationspolitik verständigt. Im Dokument wird auch empfohlen, mögliche Auswirkungen, die geplante Gesetzesvorhaben auf den Forschungs- und Innovationsstandort Deutschland haben können, zu berücksichtigen.

Den Link zum unterzeichneten Papier finden Sie unter http://ots.de/YaVxs

Die Preisträger stehen fest

Die Preisträger stehen fest

Leipzig (lb). Die Preisträger der hobby-model-Spiel stehen fest. Mit sehr anspruchsvollen Neuheiten gingen die Preisträger an den Start. Im Mittelpunkt der Preisverleihung lag der Schwerpunkt auf Grafik und Malerei.

Gewinner des GRAF LUDO 2017: „Kanagawa“ & „Sleeping Queens“

„Kanagawa“ und „Sleeping Queens“ haben das Rennen um den GRAF LUDO 2017 gemacht. Der Spielgrafikpreis wurde gestern im Rahmen der 22. modell-hobby-spiel in Leipzig verliehen. Ausgezeichnet für ihre herausragende illustratorische Leistung wurden Jade Mosch in der Kategorie „Schönste Familienspielgrafik“ und Jimmy Pickering in der Kategorie „Schönste Kinderspielgrafik“.

Gewinner und ausgewählte Gäste aus der Spielbranche nahmen an der Preisverleihung anlässlich der modell-hobby-spiel auf der Leipziger Messe teil. Das Grußwort sprach der Geschäftsführer der Leipziger Messe, Martin Buhl-Wagner. Thomas Müller, Professor für Illustration an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. Der GRAF LDUO ist mit 1.000 Euro Preisgeld dotiert.
Gewinner in der Kategorie “Beste Familienspielgrafik”:

Jade Mosch mit „Kanagawa“

Verlag: iello; im Vertrieb bei Hutter Trade GmbH + Co. KG

Autor: Bruno Cathala, Charles Chevallier
Begründung der Jury:

Bei „Kanagawa“ finden wir die grafisch perfekte Umsetzung der Spielstory: Es geht um eine besondere Form der Malerei, nämlich jene von japanischen Rollbildern. Schon mit dem Cover erzeugt die Grafikerin eine Anmutung von japanischer Kunst. Man muss diese nicht kennen oder gar studiert haben, aber Jade Mosch besitzt und vermittelt treffend das Gespür für die Atmosphäre. Die Illustration bringt uns mit ihren Anleihen eine ursprüngliche japanische Kunst wieder vor Augen, die in unserem Kulturkreis in den vergangenen Jahren durch die Popularität der Mangas überlagert wurde. Dabei bilden Motivik, zarte Farbwahl und der typische Strich der Pinselmalerei eine stimmige Einheit. So ist „Kanagawa“ nicht nur ein spielerisches, sondern auch ein ästhetisches Vergnügen.
Gewinner in der Kategorie “Beste Kinderspielgrafik”:

Jimmy Pickering mit Sleeping Queens

Verlag: Game Factory; im Vertrieb bei Carletto

Autor: Miranda Evarts & Family
Begründung der Jury:

Was wäre die Welt ohne Märchen! Bei „Sleeping Queens“ treffen wir auf Hauptdarsteller wie Ritter, Drachen, Königinnen, Hofnarren, die uns heute in Fantasyfilmen und Computerspielen zuhauf begegnen. Doch wie anders sehen die Illustrationen bei diesem Spiel hier aus: Dem Grafiker ist es gelungen, aus Farben und Formen eine unerwartete Optik jenseits von digitaler Vereinheitlichung und modischen Fantasy-Accessoires zu finden. Was auf den ersten Blick plakativ aussieht, zeigt auf den zweiten Blick seine fantasievolle Raffinesse. Da gibt es ein Kleid aus Kuchen, ein Mond ziert ein Dekolleté oder die Sonnenblumenkönigin trägt als Attribute ihrer Macht eine Gießkanne! So ermöglicht es der originelle Stil der Spielgrafik jedem Spieler aus dem klassischen Repertoire der Märchen eigene fantasievolle echte Typen und Persönlichkeiten neu entstehen zu lassen. „Sleeping Queens“ setzt mit seinen Illustrationen ein eigenwilliges und mutiges Statement im Bereich der Kinderspielgrafik.

Initiatorin und Intentionen

Die Leipziger Messe modell-hobby-spiel verleiht den GRAF LUDO seit 2009. Der Veranstaltung ist die qualitätsbetonte Beschäftigung mit dem Kulturgut Spiel ein wichtiges Anliegen. Vergeben wird der Spielgrafikpreis GRAF LUDO unter Spieleneuheiten der zwei aktuellen Jahrgänge. Die beiden Preisträger kürt eine fachkundige Jury. Bei der Wahl hat zudem das „Spielernetzwerk“ des Online-Handels Spiele-Offensive.de eine eigene Stimme. Dort können die Mitglieder des aus über 7.000 Brettspielfans und -liebhabern bestehenden Netzwerks ihren Favoriten wählen.

Die Wahl des Besenstiels AfD im demoskopischen Aufwind

Die Wahl des Besenstiels AfD im demoskopischen Aufwind

Leipzig (lb). Für viele schien sich das Thema schon in Wohlgefallen aufgelöst zu haben: Nachdem die AfD vor ziemlich genau einem Jahr ein Rekordhoch von 15 Prozent in den Umfragen verbucht hatte, gingen ihre Sympathiewerte stetig zurück. Doch auf der Zielgeraden entpuppt sich dieser Trend als Episode: Gut eine Woche vor der Bundestagswahl kann die in großen Teilen inzwischen offen rechtsextreme Partei fast wieder an ihr Hoch von damals anknüpfen. Nach den jüngsten Prognosen mehrerer Umfrage-Institute liegt die AfD erneut im zweistelligen Bereich. Wie konnte es dazu kommen? Offenbar war es ein Trugschluss zu glauben, dass die AfD ihre Anziehungskraft im Gleichklang mit den sinkenden Flüchtlingszahlen verliert. Denn die Probleme sind deshalb ja nicht verschwunden. Terroranschläge wie in Nizza, Berlin und erst wieder in London sind ein stetiger Dünger für die große Angst vor islamistischen Gefahren. Und Straftaten wie die eines afghanischen Flüchtlings, der jetzt wegen Mordes und Vergewaltigung an einer Studentin in Freiburg angeklagt ist, halten diese Ängste ebenfalls wach. Die AfD schürt sie nach Kräften. Das kann ihr auch deshalb gelingen, weil solche Gefahren in der Vergangenheit öffentlich kaum thematisiert wurden, und weil die „etablierte Politik“ sich viel zu wenig um die Sorgen geschert hat. So kommt es mit der beabsichtigten Stimmenabgabe für die AfD zu einer politischen Trotzreaktion, die sich offenbar auch nicht durch zwielichtige AfD-Gestalten und ihre rassistischen Hasstiraden beeindrucken lässt. In manchen Gegenden könnte die AfD deshalb auch einen Besenstiel als Kandidaten aufstellen, sie würde trotzdem gewählt werden. An dieser Grundstimmung wird sich in den verbleibenden acht Tagen bis zur Wahl wohl nichts Bahnbrechendes mehr ändern. Im Gegenteil: Es muss befürchtet werden, dass sich jetzt auch noch die verschämten Wähler aus der Ecke trauen. Den anderen Parteien droht am 24. September ein (AfD-)blaues rassistische Wunder.